Archive for January, 2013

Interview auf Deutschlandradio Kultur

04.12.2012
US-amerikanische Soldaten berichten mehr und mehr von den Geschehnissen an der Front. (Bild: AP)
US-amerikanische Soldaten berichten mehr und mehr von den Geschehnissen an der Front. (Bild: AP)

Nachrichten von der Front

Medienwissenschaftlerin Roering über Soldaten, die über den Krieg bloggen

Johanna Roering im Gespräch mit Frank Meyer

Meinungsfreiheit habe es im Krieg bisher nicht wirklich zu geben, sagt die Medienwissenschaftlerin Johanna Roering. Diese Freiheit forderten einige Soldaten aber nun ein – und verbreiten ihre Meinung in Kriegsblogs.

Frank Meyer: Soldaten sollen Befehle ausführen. Sie sollen nicht über Befehle diskutieren und schon gar nicht über die Strategie oder gar den Sinn eines Einsatzes. Nun hat sich aber mit dem Vormarsch der digitalen Medien auch das Selbstverständnis von Soldaten verändert. Amerikanische Soldaten berichten in Blogs von ihren Einsätzen und sie mischen sich ein in die Debatte über die Strategie des Krieges. Die Medienwissenschaftlerin Johanna Roering hat solche Blogs aus dem Irakkrieg untersucht, und mit ihr reden wir in unserer Reihe über die Zukunft des Krieges. Frau Roering, seien Sie herzlich willkommen!

Johanna Roering: Hallo!

Meyer: Wovon schreiben denn die amerikanischen Soldaten aus dem Irak in ihren Blogs? Gibt es da Themen, die man zusammenfassen könnte, die sich durchziehen?

Roering: Also, es ist natürlich ganz gemischt. Es geht wirklich vom Wetter über was es zu essen gab, die täglichen Einsätze, die Erlebnisse in den Lagern, das Training, die Vorbereitung. Also so der Kriegsalltag, sagen wir mal, ist das Hauptthema in diesen Blogs.

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Krieg Bloggen

Krieg bloggen, Johanna Roering

Blogs von Soldaten aus dem Irakkrieg sind Teil bedeutsamer Umstrukturierungen unserer Medienkultur: Soldaten werden zu Journalisten, persönliche Botschaften zu Kriegsberichterstattung. Johanna Roering beschreibt erstmals systematisch dieses Phänomen, indem sie Darstellungsverfahren und Kommunikationsprozesse in »Military Blogs« untersucht. Dabei wird deutlich, dass »Military Blogs« gleichzeitig der interpersonalen Kommunikation dienen und sich in einen online stattfindenden »Infowar« einfügen. Hoffnungen auf kriegskritische Augenzeugenberichte werden meist enttäuscht. Dennoch: »Military Blogs« eröffnen dem Leser eine soldatische Perspektive auf den Komplex »Irakkrieg« – von der Militärstrategie bis hin zu Themen wie posttraumatischem Stress.